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01/03/2016 par

Ein Paar Monate auf der Bonavalette

15. Oktober 2015, Varedero, Kuba. Morgen segeln wir in die USA. Der Wind bläst zwar etwas stark aber in die gute Richtung, Hauptsache nicht gegen den Golfstrom, das würde zu hohen Wellen führen. Es bleibt aber noch einiges zu erledigen. Ein letzter Einkauf im lokalen Märit - ein Abenteuer an Sich. Obst und Gemüse muss frisch und käferfrei sein, damit es bei 25°C ohne Kühlschrank ein Paar Tage haltbar bleibt. Dies erfordert Geduld und unser bestes Spanisch um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Es ist besonders schwierig in Kuba einzukaufen, wegen dem Einfuhrverbot. Mal gibt's Eier, mal keine, eine Woche lang überall Pasta, dann wieder Flaute. Aber was soll's, Reis, Bohnen und Schweinefleisch findet mann immer. Fehlt noch Diesel und Wasser. Mist, Tankstelle geschlossen, kein Problem, ein Bier für den Hafenchef und schon steht jemand an der Pumpe. Nach drei Monaten wissen wir langsam wie es läuft...

Leinen Los! Die Hurricane-Saison ist vorbei und wir können endlich wieder weiter nach Norden Segeln. Nächster Halt Florida. Nur 90 Seemeilen trennen die Sozialistische Insel vom Kapitalismus-Riesen. 90 Meilen, geschätzte 6.5 Knoten Geschwindigkeit, Start 8h morgens und Ankunft etwa um 23h. Die Hafeneinfahrt ist gut beleuchtet, kein Problem also um im Dunkeln anzudocken. 15 Stunden Segeln mit starkem Seitenwind bedeutet Schichtarbeit auf der Bonavalette. Einer ist draussen am Steuer und bekommt ab und zu eine Salzwasserdusche. Zwei Stunden muss er Durchhalten bis er abgelöst wird, dafür kann er dann vier Stunden im allgemeinen Gerumpel, versuchen Fisch für das Abendessen zu fangen, seinen Gegner beim Schach zu schlagen oder falls nötig zu schlafen. Aber die Mühe wird belohnt, denn es ist jedes Mal ein Spezielles Gefühl in einem neuen Land anzukommen und diesmal ist der Kontrast riesig. Statt rostigen Oldtimern, Strassenfesten und Revolution, finden wir aufgemotzte Pick Up's, Burger King's und Trump's Wahlkampf.

Genau dafür sind wir unterwegs, zum Entdecken, um unsere Neugier zu stillen, um die Welt zu erleben. Immer wieder neue Länder, Kulturen, Menschen und Landschaften. Unsere Umgebung verändert sich jeden Monat, aber zuhause sind wir überall. Mit seiner 3er-WG von Kontinent zu Kontinent reisen, so könnte mann unser Projekt auch beschreiben. Die letzten fünf Monate in den USA, sind wieder wie im Flug vergangen. Besuch von Freunden in Miami, ein Paar Wochen Kitesurfen in Cocoa Beach, Weinachten mit Einheimischen, ausgiebiges Streunen in New York, es wird nie langweilig.

Dazu kam noch die Vorbereitung für die nächste grosse Etappe unserer Reise, die Nordwestpassage durch die Arktis. Es gab einiges an Arbeit, um die Bonavalette für diese Herausforderung klar zu machen. Aber nach einem Monat Bootswerft sind wir nun bereit um Nebel, Kälte und grosse Distanzen ohne Zwischenhalt, schadlos zu überstehen. Und es wird schon kälter, den Kanada naht, und in ein Paar Wochen sehen wir vielleicht schon unseren ersten Eisberg. Ihr fragt euch vielleicht, wie alle die wir hier treffen, was zu Teufel machen die so früh dort oben! Es geht darum ende Juli im Norden Grönlands zu sein, bereit um während den Eisfreien Sommermonaten, die Engstellen bis ins Beringmeer zu meistern. Je später wir dort ankommen, desto schlechter das Wetter in dieser stürmischen Gegend. Doch bis jetzt sieht es gut aus für uns, noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen, hat das Wintereis in der Arktis eine so kleine Fläche bedeckt. Januar und Februar waren so warm wie noch nie. Klimaskeptiker mögen es bezweifeln, aber die Bonavalette wird diesen Sommer dank El Niño und Hausgemachten CO2-Emissionen durch die Arktis segeln.

Bis bald Amigos!

Carnet de bord

  • Position:

    40° 47' 45"N

    73° 50' 53"E

    College Point, New York


  • Milles:

    14'469


  • Température:

    5°C


  • Météo:

    Il commence à faire moche. Pluie et crachins


  • Cave à vin:

    Burbon, Whisky, Cointreau et Gin